Neubau Feuerwehrgerätehaus

Eine besondere Episode in der 75-jährigen Geschichte der Feuerwehr in Loikum war sicher auch der Neubau des heutigen Gerätehauses. Dies ist nun zwar schon das dritte Gebäude - oder wenn man es ganz genau nimmt und die Übergangslösungen bei Reinartz vor 1974 und in der Mühle vor 2006 mitzählt das fünfte Gebäude -, dass die Feuerwehr als Gerätehaus bezogen hat, aber die Entstehung des Gebäudes selber, der Innenausbau und auch die Genehmigungsphase waren sicher einmalig.

Bezogen wurde das neue Gerätehaus 2006 nach nicht mal einjähriger Bauzeit. Die Ideen und ersten Planungen sind aber bereits 5 Jahre vorher entstanden. Dabei ging es nicht nur um die Renovierung  des Gerätehauses sondern auch um die Errichtung eines Mehrzweckraumes - vor allem für die Loikumer Jugend - als Gesamtprojekt.

Das Feuerwehrgerätehaus war bereits damals - im Jahre 2001 - nicht mehr zeitgemäß, es war renovierungsbedürftig und barg einige Gefahren für die Feuerwehrleute auf Diensten und Einsätzen. Aus verschiedenen Gründen blieb die Idee, die Renovierung des Gerätehauses mit der Errichtung eines Mehrzweckraumes zu verbinden, zunächst aber nur eine Idee.

Etwas mehr Schwung in die Sache brachte dann der Brandschutzbedarfplan, den die Stadt Hamminkeln im Jahr 2002 erstellen ließ und der Mängel und Bedarfe im Feuerwehrwesen der Stadt schwarz auf weiß beschrieb, sowie die Umsetzung der wesentlichen Maßnahmen in einer Prioritätenliste festhielt. Für den Feuerwehrstandort Loikum war dort beschrieben, dass in 2006 sowohl die Einstellsituation der beiden Fahrzeuge als auch die Umkleidesituation inkl. Geschlechtertrennung durch bauliche Veränderungen verbessert werden muss. Die Feuerwehrleute in Loikum begannen Ideen zur Umsetzung der geplanten Maßnahmen zu entwickeln.

Frei nach dem Loikumer Motto: “Wenn du nicht mehr weiter weiß, bilde einen Arbeitskreis!“ hat sich ein solcher gefunden, um die Idee einer gemeinsamen Umsetzung von Jugendraum und Umbau Gerätehaus voranzutreiben. Die Feuerwehr wurde darin vertreten durch Matthias Boland und Peter Exo. Das war Mitte 2003!

Es wurde geplant, kalkuliert, verworfen, neugeplant, DIN-Vorschriften für Gerätehäuser gewälzt und so hatte der Arbeitskreis schließlich Anfang 2004 sowohl Pläne als auch eine Kostenschätzung in der Hand. Diese berücksichtigten ein gemeinsames Bauvorhaben, dass aber natürlich eine komplette Trennung der Bereiche Feuerwehr und Jugendraum vorsah. Die Idee sah vor, unter dem neuen Teil der Fahrzeughalle einen Keller für den Mehrzweckraum zu errichten. Einen Keller? Geht das unter der Feuerwehr? Was ist mit Tageslicht und Akustik? Wird das nicht zu teuer? Jede Menge Bedenken waren da, aber das Konzept stand und überzeugte schlussendlich die Feuerwehrkameraden und die Dorfgemeinschaft.

Die Pläne für das Gerätehaus wurden am 01. April 2004 im Feuerschutzausschuss vorgestellt. Darauf hin ist das Konzept mit der Verwaltung, der Wehrführung, den Fraktionen und natürlich innerhalb der Löschgruppe diskutiert worden und es hat mehrere Änderungen bis zum endgültigen Neubauentwurf durchlaufen.

Dann kam plötzlich richtig Bewegung in die Sache, denn auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, für den - zugegebenermaßen - kühnen Plan, einen Keller zu errichten, ist der Arbeitskreis in Düsseldorf beim Ministerium für Schule, Jugend und Kinder gelandet oder besser gesagt ist ein Mitarbeiter dieses Ministeriums in Loikum gelandet.

Er hat sich die Pläne und Kalkulationen zeigen lassen, zückte - bildlich gesprochen - sein Portemonnaie und blätterte 70% der kalkulierten 120.000,-€ auf den Tisch.

Aber es gab drei Bedingungen für die Förderung durch das Ministerium:

1.)  30% der Kosten mussten selbst getragen werden -> kein Problem, das schafft Loikum in Eigenleistung und mit weiteren Sponsoren!

2.)  Als Antragsteller braucht man einen „Träger freier Jugendhilfe“ -> da half der Förderverein Jugendzentrum Hamminkeln.

3.)  Das Bauvorhaben Jugendkeller musste in 2005 mindestens noch begonnen und bis zum Rohbau fertig gestellt werden! -> das wurde eng!
 

Da war er also, der letzte Schwung, der noch gefehlt hatte! Von nun an musste richtig Gas geben werden und alle Beteiligten wurden entsprechend sensibilisiert.

Am 28. September 2005 folgten dann der Feuerschutzausschuss und der Bauausschuss der Empfehlung der Stadtverwaltung und sie haben dem Abriss und Neubau des Feuerwehrgerätehauses zugestimmt. Die Stadt erteilte eine Abrissgenehmigung für das alte Gerätehaus.

Inzwischen wurde ein Förderverein zur Unterstützung der Feuerwehr in Loikum gegründet. Der Verwaltung wurde der Vorschlag unterbreitet, dass Projekt Neubau Gerätehaus in Loikum durch den Förderverein abzuwickeln. Die Feuerwehr hat der Stadt darüber hinaus angeboten, Eigenleistungen im Wert von 25.000,-€ zu erbringen. Nach weiteren Diskussionen innerhalb des Rats und der Verwaltung, den Fraktionen und den übrigen Beteiligten hat der Haupt- und Finanzausschuss am 09. November 2005 den Beschluss gefasst, die Abwicklung des Projekts dem Förderverein in die Hand zu geben. Dazu wurde ein Vertrag geschlossen und insgesamt 350.000,- € für die reinen Baukosten sowie Ingenieur-, Sachverständigen- und Architektenleistungen bereitgestellt.

Dem gesamten Bauvorhaben hat die Stadt ebenfalls zugestimmt, sie hat den Raum unterhalb der neuen Fahrzeughalle für den Keller zur Verfügung gestellt und entsprechende Baugenehmigungen erteilt!

Die Feuerwehr war am 29.Oktober 2005 in eine Übergangslösung an der alten Mühle Terhorst beim Feuerwehrkameraden Egbert umgezogen.

Das alte Gerätehaus war inzwischen auch schon Ende Oktober abgerissen worden, oder, wie unser Bürgermeister Holger Schlierf es auf dem Richtfest formuliert hat, doch nicht abgerissen worden - sondern plötzlich einfach weg!

Denn am 29. Oktober 2005 war Baubeginn für den Keller! Der Rohbau des Kellers war Dank eines wunderbaren Spätherbstes und deswegen wenig Wasserabsenkungsmaßnahmen zum Jahreswechsel schon fertig. Im neuen Jahr begann der Rohbau des Gerätehauses, der sich wegen eines weniger schönen Frühjahrs länger hinzog als geplant. Aber dann lief alles gut und am 25. März 2006 wurde Richtfest gefeiert.

Danach wurde dann wieder fleißig weitergearbeitet, denn es ging an den Innenausbau. Die Eigenleistungen kamen jetzt richtig zum Tragen. Schreiner, Elektriker, Schlosser, Anstreicher, Fliesenleger, Deckenbauer usw. wurden gebraucht und auf die Loikumer war wieder mal Verlass. Insgesamt weit über 4.000 Stunden an Eigenleistung wurden bis zur Fertigstellung in Jugendraum und Gerätehaus erbracht. Das heißt, im Schnitt waren während der Bauphase an 6 Tagen in der Woche 2 – 3 freiwillige Helfer von morgens bis abends auf der Baustelle. Somit ist auch für das Gerätehaus weit mehr Eigenleistung erbracht worden, als der Stadt zunächst zugesagt worden war. Deshalb konnten zusätzlich noch die Außenanlagen, die Möblierung und Spinde sowie die Werkstattausrüstung mit dem Neubau fertig gestellt werden. 

Viele, viele Helfer aller Altersklassen, männlich und weiblich aus Loikum und Umgebung haben sich mit Eigenleistung und Spenden an dem Projekt beteiligt. Nicht nur Hand- und Spanndienste haben bei dem Projekt geholfen, sondern auch die zusätzliche Unterstützung von Firmen und Sponsoren hat zum Gelingen beigetragen. Ebenso das schöne Feuerwehrlogo in Glas im Eingang des Gerätehauses ist einer Spende zu verdanken. Berthold Boland, der damalige Löschzugführer, hat es gespendet. Auch wenn wir das auf dem Richtfest und bei der Einweihung des neuen Gerätehauses am 29.09.2006 schon getan haben, möchten wir uns an dieser Stelle noch mal bei allen Beteiligten für die Unterstützung beim Bau des Gerätehauses bedanken:

 

DANKE!